Die Geschichte des Freiburger Planetariums

erster Planetariumsprojektor 1923 "Nie ist ein Anschauungsmittel geschaffen worden, das so instruktiv wie dieses wäre, nie eins, das mehr bezaubernd gewirkt hätte, nie eins, das im selben Grade wie dieses sich an alle wendet. Es ist Schule, Theater, Film auf einmal, ein Schulsaal unter dem Gewölbe des Himmels, und ein Schauspiel, wo die Himmelskörper Akteure sind. Das Resultat: das schönste Kunstwerk."
So schwärmte der Direktor der Kopenhagener Sternwarte schon 1925 kurz nach der Eröffnung des ersten Planetariums der Welt im Deutschen Museum in München. Und so wie er staunten die Menschen bald auch in vielen anderen Städten über das "Wunder aus Jena", die Planetariumsprojektoren der Carl-Zeiss-Werke, und über den naturgetreuen Sternhimmel, den sie in die Planetariumskuppeln strahlen konnten. Heute besuchen jährlich viele Millionen Menschen eines der weit über 1 000 Planetarien, die es mittlerweile weltweit gibt.

Richard Fehrenbach Dass seit vielen Jahren auch Freiburg auf der Liste der Planetariumsstädte steht, verdankt die Stadt dem Gewerbeschullehrer Richard Fehrenbach. Ab 1959 bauten er und einige Kollegen in ihrer Freizeit unermüdlich Zahnräder, Lampen, Linsen, Elektromotoren und Schleifringe zu ihrem eigenen Planetariumsprojektor zusammen. Und am 14. März 1975 war es dann endlich so weit: Auf dem Dach der Richard-Fehrenbach-Gewerbeschule an der Friedrichstraße konnten sie das erste baden-württembergische Nachkriegsplanetarium eröffnen.

Nach rund 10 000 Vorführungen, in denen der Projektor oft bis an die Grenzen seiner Zahnräder belastet worden war, seine Linsen immer trüber wurden und sein Mond und seine Planeten immer stärker wackelten, wurde er am 12. März 2002 in seine wohlverdiente Projektorenpension verabschiedet.

Die von Richard Fehrenbach begründete Geschichte des Freiburger Planetariums aber geht weiter, in einem neuen Planetarium, unter einer neuen Kuppel, mit einem neuen Projektor, aber mit der alten Kulturaufgabe: Jung und alt unser wachsendes Wissen über den Aufbau und die Geschichte des Kosmos zu vermitteln und ihnen die Augen zu öffnen für die Wunder des Weltalls, in dem wir leben.


Die Internetseiten des Planetariums Freiburg werden von Martin Federspiel betreut (federspiel"at"planetarium-freiburg.de)(Stand 4. Februar 2004).